Quendel

Unsere Bewertung:

Wer viel kann, kann nichts richtig, heißt es oft. Das Quendel hat sich auf keinen Küchenstil festgelegt. Aber genau das macht diese unscheinbare Location so einzigartig in Potsdam.

Adresse:

Quendel
Sellostraße 15a
14471 Potsdam

Kontakt

Telefon: 0331 951 401 88

Online

Facebook: hier

Besonderheiten

ausgezeichnetes Essen
hervorragendes Brunch
hohe Preise

Feige Ziege und glückliches Duroc-Schwein


Ein unscheinbares Eckhaus im tiefsten Potsdam-West, welches im Gegensatz zur Innenstadt von Touristen nicht gerade überlaufen ist, sollte zukünftig mehr im Fokus von Liebhabern gehobener Gastronomie stehen: Das klitzekleine Quendel am oberen Ende der Sellostraße in unmittelbarer Nähe zum Park Sanssouci.

Dem unbedarften Besucher, der hungrig im gemütlichen Ladenlokal Platz nimmt, mag zunächst auffallen, dass die Karte extrem übersichtlich ist und dass man keinem stringenten Stil folgt, sondern aus jeder Küche das Beste rauszuziehen scheint. So bekommst du neben russischen Pelmeni und italienischen Tagliatelle auch gehobene deutsche Hausmannskost. Aber zur Beruhigung können wir versichern, dass absolut alle Gerichte sans souci – also ohne Sorge – gegessen werden können.

Die feige Ziege ist ein Traum

Bei unserem diversen Besuchen haben wir uns mittlerweile einmal quer durch die Speisekarte probiert: Dieses Mal wagten wir uns zur Vorspeise an die „feige Ziege“ (Anmerkung: heißt wirklich so) – einen überbackenen Ziegenkäse mit Feige und Salat – sowie mit Hackfleisch gefüllte Maultaschen, was beides bereits ein kulinarischer Traum war.

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Selbst das während der Wartezeit gereichte Brot und das hausgemachte, sehr würzig schmeckende Öl sind irgendwie bereits eine Attraktion. Die georderten Hauptgerichte sollten dies jedoch noch einmal meilenweit in den Schatten stellen.

Quendel - 1

Einmal um die Welt bitte

Während wir uns beim letzten Besuch unter anderem irische Ochsenbäckchen schmecken ließen, probierten wir diesmal den Krustenbraten vom Duroc-Schwein mit dem Wissen, dass man Krustenbraten ja auch viel zu leicht versauen kann. Entweder ist die Kruste nicht knusprig oder das Fleisch darunter viel zu trocken. Dieser hier stellte jedoch alles bisher in Potsdam Dagewesene in den Schatten. Und beim ebenfalls bestellten und mit Genuss verzehrten thüringischer Bio-Wels mit glaciertem Gemüse und einem Kartoffel-Sauerkraut-Rösti läuft uns jetzt noch das Wasser im Mund zusammen.

Und was der Kenner noch wissen muss: Bei der Zubereitung von Saucen trennt sich ja bekanntlich Spreu von Weizen. Entweder sie schmeckt fad oder haut vom Hocker. Letzteres taten die Saucen zu unseren Gerichten.

Also, wenn man uns fragt …

Ja, wir mussten für diesen Abend ein wenig Geld in die Hand nehmen und ja, das war es uns wert, weil es geschmacklich einfach nicht zu toppen ist. Und wir werden es auf jeden Fall wieder tun. Sollten wir irgendwann einmal gefragt werden, welches Restaurant wir aktuell als das beste in Potsdam bezeichnen würden, käme uns das Quendel in den mittlerweile geschärften Sinn. Die hier praktizierte Kochkunst grenzt schon an Perfektion.

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Autor

Jahrgang 1979 - ist zwar im lauten Berlin geboren, lebt aber im stillen Potsdam und wird dort auch nicht mehr weggehen. Er ist eigentlich gelernter PR-Fachmann und hatte aus einer winterlichen Laune heraus die Idee zu 1000 Things. An Potsdam nervt ihn die schleichende Gentrifizierung, an Berlin die großstädtische Anonymität. Jedoch geht er leidenschaftlich gern essen sowohl in Potsdam als auch Berlin, da diese beiden Orte wie geschaffen für solch ein Hobby sind und kann sich dabei nicht auf eine Geschmacksrichtung festlegen. Er steht auf hausgemachte Burger, frischen Fisch, aber auch Kuchen, Döner und literweise Kaffee. Follow @UWiltsch

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