Restaurant Samowar

Unsere Bewertung:

Russisch essen gehen? War für uns bislang komischerweise nie 'ne Option. Der Besuch in diesem Restaurant hat bewiesen, dass das ein großer Fehler war.

Adresse:

Restaurant Samowar
Luisenplatz 3
10585 Berlin

Kontakt

Telefon: 030 - 34 14 154

Online

Webseite: hier
Facebook: hier

Besonderheiten

traumhaftes Essen
freundlicher Service
akzeptable Preise

Bester Russe von hier bis Moskau


Montagabend, man hat Hunger. Was machste? Klar, was essen. Aber wo? Irgendwie hatten wir Bock auf was Exotisches, auf etwas, das unsere mittlerweile verwöhnten Gaumen nicht jeden Tag zu fassen bekommen. Folglich fiel unsere Wahl auf dieses Restaurant hier.

Schon beim Betreten war klar: So stellt man sich ein Restaurant in Russland vor: Die Sitzmöbel und die typisch russischen Einrichtungsgegenstände tauchten das in mehrere separate Räume geteilte Restaurant in ein warmes, gemütliches Licht. Es roch intensiv nach Tee, Gewürzen und gebratenem Fleisch. Und von überall her waren leise Stimmen mit russischem Akzent zu hören.

Sofort begrüßte uns eine freundliche Dame und begleitete uns an einen der zahlreichen Tische am Fenster mit direktem Blick auf den Westflügel des Schloss Charlottenburg.

Essen, das es in sich hat

Um warm zu werden, bestellten wir russische Suppen: Borschtsch und Soljanka. Dazu wurden uns zwei mit Hackfleisch gefüllte Piroggen serviert. Diese Vorspeisen waren über jeden geschmacklichen Zweifel erhaben. Das vom Hause selbstgebackene Malzbrot ergänzte diesen Eindruck perfekt.

Was dann kam, haute uns sprichwörtlich um: Man brachte einen riesigen Grillteller für zwei Personen, von dem auch vier hungrige Esser satt wieder aufgestanden wären. Drei ellenlange Fleisch-Spieße zerlegte die freundliche Kellnerin vor unseren Augen in mundgerechte Stücke: Lamm, Schwein, Geflügel. Die perfekte Mischung. Mit auf dem Teller fanden wir Schälchen mit Knoblauchmayonnaise und pikanter Schaschlik-Sauce, Kartoffeln, frisches gegrilltes Gemüse – alles auf den Punkt gegart. Traumhaft. Aber … wer soll das alles essen? Wir! Zumindest bemühten wir uns erfolglos.

Irgendjemand Verrücktes muss bei der Frage nach Dessert auf die wahnwitzige Idee gekommen zu sein, leise „Ja“ zu flüstern. Kurzum stand eine Portion süßer Wareniki vor uns – das sind gekochte Teigtaschen gefüllt mit Kirschen und einer Kugel Vanilleeis – die wir nie und nimmer schaffen konnten. Sekunden später waren sie verspeist.

Sonst noch was?

Und wenn ihr die volle (Wodka-)Dröhnung russischer Gastgeber- und Esskultur erleben wollt, sei euch das Zarenmahl empfohlen. Mindestens sechs Personen können hier auf bis zum letzten Zentimeter mit unfassbar leckerem Essen vollgestellten Tischen nach alter russischer Tradition schlemmen.

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Als wir an diesem Abend satt das Samowar verließen, fielen wir vor Kraftlosigkeit fast in die ein paar Meter entfernte Spree, welche sich hier direkt am Schloss Charlottenburg vorbei schlängelt. Was für eine wundervolle Gegend, was für freundliche Gastgeber, was für ein traumhafter Abend.

Ach, und noch was … als das Samowar das erste Mal seine Pforten öffnete, waren wir alle noch gar nicht auf der Welt: 1979. Somit ist es mit Abstand Berlins ältestes russisches Restaurant. Druschba!*

*russisch für „Freundschaft“.

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Autor

Uli

Jahrgang 1979 - ist zwar im lauten Berlin geboren, lebt aber im stillen Potsdam und wird dort auch nicht mehr weggehen. Er ist eigentlich gelernter PR-Fachmann und hatte aus einer winterlichen Laune heraus die Idee zu 1000 Things. An Potsdam nervt ihn die schleichende Gentrifizierung, an Berlin die großstädtische Anonymität. Jedoch geht er leidenschaftlich gern essen sowohl in Potsdam als auch Berlin, da diese beiden Orte wie geschaffen für solch ein Hobby sind und kann sich dabei nicht auf eine Geschmacksrichtung festlegen. Er steht auf hausgemachte Burger, frischen Fisch, aber auch Kuchen, Döner und literweise Kaffee. Follow @UWiltsch

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