World Press Photo Award

Schonungslos, atemberaubend und zutiefst berührend – die besten Pressefotos des vergangenen Jahres sind noch bis morgen Abend im Willy-Brandt-Haus und einige Monate später im Berliner Hauptbahnhof zu sehen.

Mit einem unerschütterlichen Blick, den Kopf hoch erhoben, steht sie da. Bekleidet nur mit einem rückenfreien Sommerkleid, das im Wind tanzt. Sie scheint über den Dingen zu schweben. Und doch sind ihre Füße, gehüllt in leichte Ballerinas, fest mit dem Teer der Straße verwurzelt. Keinen Meter weicht sie zurück, als die schwer bewaffneten Soldaten in Schwarz auf sie zustürmen. Sie weiß, dass sie im Recht ist. Sie weiß, dass die „Black LivesMatters“-Proteste in Louisiana richtig sind, weiß, dass sie das Recht hat der Polizeigewalt gegen Schwarze friedlich entgegen zu treten. Sie wird festgenommen und noch am selben Abend wieder freigelassen.

Das Bild von Ieshia Evans, der Krankenschwester aus New York, ging um die Welt – und ist zu einem der besten Pressefotos des Jahres 2016 gekürt worden. Noch bis einschließlich morgen, den 25.06., sind die preisgekrönten Bilder im Willy-Brandt-Haus unweit der U-Bahn-Station Hallesches Tor zu sehen. Im Herbst zieht die Ausstellung wieder in den Berliner Hauptbahnhof ein, woeinige Bilder voraussichtlich noch bis in den Oktober hinein zu bestaunen sein werden.

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Der Hass unserer Zeit

Das Siegerfoto des vergangenen Jahres rückt – wie gefühlt viel zu oft – den Täter in den Mittelpunkt. „Ein Attentat in der Türkei“ zeigt Mevlüt Mert Altıntaş, einen 22-jährigen türkischen Polizisten, der schreiend, drohend, siegreich, seinen linken Zeigefinger in die Höhe streckt. In der rechten Hand hält er die Waffe, mit der er gerade eben den russischen Botschafter in einer Kunstgalerie in Ankara erschossen hat.Es zeichnet, wie viele Bilder der Ausstellung, kein unbedingt positives Bild von der Welt. Viele der Fotografien drehen sich um Flucht und Krieg.Ab und an darf man aber auch ein wenig lächeln: So wie beim Anblick des Läufers UsainBolt, der seiner Konkurrenz mit einem breiten Grinsen im 100-Meter-Halbfinale bei den Olympischen Spielen davon spurtet. Daneben proträtieren einige Bilderserien das Alltagsleben im Iran, in Table Rock – einem 300-Seelen-Ort in Nebraska – oder Schach spielende Kinder in Tschechien.

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Renommiertester Wettbewerb für Pressefotografie

Der World Press Photo Award ist nicht nur der weltweit renommierteste Wettbewerb für Pressefotografie – sondern auch der größte. Mehr als 80.000 Fotos aus über 125 Ländern wurden eingereicht. Die Jury hatte es also bei Weitem nicht leicht! Preise wurden in acht verschiedenen Kategorien vergeben – darunter Sport, Zeitgeschehen und Alltagsleben.Obwohl die teils drastischen Bilder nichts für schwache Nerven sind und wir die Ausstellung mit einem deprimierten Gefühl verlassen – sehenswert sind die Fotos allemal! Schaut vorbei – morgen von 12 bis 20 Uhr oder in wenigen Monaten im Berliner Hauptbahnhof!

Eure Sarah

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Autor

Jahrgang 1992 - Ursprünglich aus dem gemütlichen Bayern stammend, bedeutet Berlin für Sarah vor allem eines: Freiheit, Abenteuer und das perfekte Chaos! Während eines Praktikums hat sie ihre Liebe zu den Lichtenberger Plattenbauten entdeckt und lebt seit einiger Zeit mit ihrem Notizbuch, einer endlos langen Berlin-To-See-Liste und einem Kaktus im ehemaligen Osten der Hauptstadt. Wenn sie nicht gerade für ihr Psychologiestudium lernt, setzt sich Sarah gerne in die nächsten S-Bahn um an irgendeinen Ort in Berlin zu fahren, den sie noch nicht kennt – oder in das nächste Café.

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