Süßkramdealer

Unsere Bewertung:

Ihr seid auf der Suche nach dem Duft von Schokolade? Nach einem Stück Kuchen und einem Glas Tee, um dem Berliner Winter zu entfliehen? Oder nur nach einem Geschenk? Beim Süßkramdealer werdet ihr fündig.

Adresse:

Süßkramdealer
Varziner Straße 4
12159 Berlin

Kontakt

Telefon: 030 - 850 777 97
E-Mail: info@suesskramdealer.de

Online

Webseite: hier
Facebook: hier

Besonderheiten

Historischer Zigarrenladen
Auswahl guter Schokolade
Erholung & Geschenkekauf

Der Stoff, der süchtig macht


Es gibt einen Kiez, in dem ticken die Uhren anders als im Rest der Hauptstadt. Die beständigen Wellen des Großstadttrubels brechen sich an zahlreichen Stadtvillen und Baudenkmälern, ehe sie abebben und im Grün der Parks und Vorgärten auslaufen. Friedenau, einer der kleinsten Bezirke Berlins, ist trotz seiner Nähe zur City West von einer heimeligen Ruhe durchzogen. Kein Wunder also, dass sich hier ein Ladencafé angesiedelt hat, in dem die Uhren wortwörtlich rückwärst laufen.

Schokolade aus der Zigarrenhandlung

Der Süßkramdealer am Varziner Platz ist schon fast eine Institution der ehemaligen Landhauskolonie Friedenau. Ansässig in einer ehemaligen Zigarrenhandlung versorgt er Kiezbewohner und –besucher mit dem Stoff, der süchtig macht: Im Stil eines alten Krämerladens werden in dunklen Holzregalen Schokoladen, Pralinen und weitere Köstlichkeiten angeboten. Man darf sich die Leckereien selbst zusammensuchen oder zu den ausgestellten Tafeln oder Schokofiguren greifen. Die sind allerdings recht hochpreisig: Für eine Tafel Schokolade legt man mindestens 4 Euro, teilweise auch deutlich mehr auf den Holztresen. Ich brauche nur ein Mitbringsel für einen Geburtstag und entscheide mich für das vergleichsweise günstige Tütchen mit Schoko-Fröschen.

Zeitsprung

Kaum habe ich den Durchbruch in der holzverkleideten Regalwand durchschritten, finde ich mich in einem hellen, modernen Lokal mit hoher Decke wieder. Die Wände sind ausgekleidet mit Geschenkpapier, Regalreihen mit Keramik und Kochbüchern. Daneben gibt es eine übersichtliche Kuchentheke und mehrere kleine Tische. An diesem Nachmittag ist es vergleichsweise leer – zu dieser Zeit scheint der Süßkramdealer Zufluchtsort für jene zu sein, die sich gerne einmal nur selbst auf einen Kaffee einladen. Entsprechend ruhig ist es auch, bis auf die 50er-Jahre-Musik, die irgendwo aus den Wänden plätschert.

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Ich nehme Platz unter einzelnen Glühbirnen, die an lilafarbenen Schnüren von der Decke baumeln, und werfe einen Blick in die Karte. Die ist nichts für schmale Geldbeutel, aber der Qualität und netten Atmosphäre durchaus angemessen. Ich bestelle einen Chai Latte mit leckerem süßen Chai Sirup und Apfel-Ingwer-Tee mit Honig von der Winterkarte. Im Sommer gibt es übrigens auch Zitronenwasser, hausgemachten Eistee mit Karamellsirup und den „Friedenauer Engel“, einen gekühlten Blutorangensaft mit Bourbon-Vanilleeis – interessante Kombination.

Alleine die Aussicht lässt ein bisschen zu wünschen übrig. Wer gern vorbei eilende Passanten beobachtet, muss sich entweder nach draußen setzen oder sich mit dem Blick auf den Ausgang der S-Bahn-Station Bundesplatz zufrieden geben. Ich tue es anderen Gästen gleich und vertiefe mich in ein Buch. Eine gute halbe Stunde genieße ich die Ruhe, bis meine Füße wieder unruhig werden. Allzu lange komme ich ohne den Großstadttrubel eben doch nicht aus. Ich verabschiede mich von der netten Verkäuferin – aber nicht ohne noch schnell ein Foto von der Uhr mit dem umgekehrten Ziffernblatt zu machen. Die würde ich am liebsten mitnehmen.

Der Süßkramdealer hat jeden Tag geöffnet, werktags von 8 bis 20 Uhr und am Wochenende von 10 bis 19 Uhr. Solltet ihr einmal wieder vergeblich am Bundesplatz auf die nächste Ringbahn warten, ein Geschenk suchen oder einfach nur in der Gegend sein: Schaut vorbei! Es lohnt sich!

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Autor

Sarah

Jahrgang 1992 - Ursprünglich aus dem gemütlichen Bayern stammend, bedeutet Berlin für Sarah vor allem eines: Freiheit, Abenteuer und das perfekte Chaos! Während eines Praktikums hat sie ihre Liebe zu den Lichtenberger Plattenbauten entdeckt und lebt seit einiger Zeit mit ihrem Notizbuch, einer endlos langen Berlin-To-See-Liste und einem Kaktus im ehemaligen Osten der Hauptstadt. Wenn sie nicht gerade für ihr Psychologiestudium lernt, setzt sich Sarah gerne in die nächsten S-Bahn um an irgendeinen Ort in Berlin zu fahren, den sie noch nicht kennt – oder in das nächste Café.

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